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Endometriose Selbsthilfegruppe Bonn
Endometriose Selbsthilfegruppe Bonn

Endometriose-Tag in Mönchengladbach

 

Endometriose-Tag im Krankenhaus Bathesda Mönchengladbach am 14.10.2017


Die Begrüßung und den ersten Vortrag „Regelschmerzen: Endometriose kann die Ursache sein“ hielt der Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und Leiter des Endometriosezentrums Johanniter GmbH - Ev. Krankenhaus Bathesda: Priv.-Doz. Dr. med. Darius Salehin.
Dr. Salehin hat sehr anschaulich erklärt und auch anhand von Bildern gezeigt, wie wichtig es ist, genau hinzusehen und dass es ein geschultes Auge braucht, um kleine Anzeichen schon zu erkennen. Er sagt, dass man durchaus etwas im Ultraschall und im MRT (z.B.) sehen kann, man muss es nur „sehen können“!
Auch klar wurde, dass nicht allein das Östrogen Gift für den Körper ist, wie es häufig impliziert wird, sondern die Hormonschwankungen an sich, die automatisch in einem Zyklus stattfinden! Dass Mittel der Wahl sei nach wie vor das Gestagen („Pille“), was aber auch nicht auf alle Formen der Endometriose anspricht: die tiefinfiltrierte (TIE) z.B.! Es sei auch unbedingt notwendig vor einer OP einen Ultraschall von der Niere zu machen. Eine Darm-, und Blasenspiegelung sei jedoch nicht notwendig (Erläuterung anhand von Bildern angegriffener Organe mit Endometriose-Befall).

Im Anschluss gab es einen Vortrag über Kinderlosigkeit von Dr. med. Georg Döhmen. In dem Vortrag wurde noch einmal deutlich gesagt, dass in dem Moment, wo der Kinderwunsch an erster Stelle steht, die Endometriose-Behandlung in den Hintergrund rutscht und erst im Anschluss wiederaufgenommen werden kann. Daher sei es so wichtig, den Zeitraum der Kinderwunsch-Behandlung so eng wie möglich zu gestalten und ein gutes Netzwerk zu haben, in dem Termine zeitnah vergeben werden können. Alles andere wäre kontraproduktiv für die Endometriose-Therapie.

Es folgten Vorträge über „Akupunktur & TCM“ von Nora Giese und „Fasziale Osteopathie“ von Stefanie Hermanns. Daraus ging hervor, dass diese Therapien begleitend zur Schulmedizin angewandt werden können. Man könne in vielen Fällen mit Akupunktur & TCM eine Schmerzlinderung erreichen. Die Osteopathie löse Verwachsungen und der Körper wird ganzheitlich betrachtet, wie auch bei der Traditionellen Chinesischen Medizin.

Aus Bad Schmiedeberg kam Dr. med. C. P. Cornelius, Leiter des Endometriose Rehabilitationszentrums Bad Schmiedeberg, um einen Vortrag über Rehabilitation bei Endometriose zu halten. Das besondere dort sind vor allem die Mooranwendungen und dass Endometriose-Patientinnen „unter sich“ sind. In Gruppen (wie etwa Schmerzbewältigung, Ernährungsberatung...) und auch bei Bewegungstherapien sind nur Endometriose-Frauen.
Er erklärt den Unterschied zwischen einer AHB und einer Reha. Eine AHB muss zeitnah nach einer OP angetreten werden und noch vom Krankenhaus aus beantragt werden. Die Patientinnen gehen in die Reha-Klinik und der Bescheid kommt in die Klinik. Eine Ablehnung einer AHB gäbe es nicht. Die Ablehnung müsste er rausschicken und niemand anders. Die Krankenhäuser äußern häufig diese Aussage ohne je einen Antrag gestellt zu haben. Bei einer Reha wiederum kann es zu einer Ablehnung kommen. Hier kann man in den Widerspruch gehen. Wichtig ist die Wahl eines zertifizierten Endometriose Rehabilitationszentrums (derzeit gibt es 5 zertifizierte Reha-Einrichtungen in Deutschland).

Ich durfte im Namen der Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V., die einen wichtigen Anteil zur Zertifizierung von Endometriosezentren beiträgt, einen Vortrag über Selbsthilfe halten. Ich berichtete über Ziele der Selbsthilfegruppenarbeit und in dem Zusammenhang über den Umgang mit der Erkrankung, über das Thema Akzeptanz und was innere Bilder positives bewirken können. Ich stellte die Endometriose-Vereinigung vor und wie sie sich beratend für Betroffene und Mitglieder einsetzt und auch Selbsthilfegruppen unterstützt. Ich berichtete darüber, wie wichtig das Thema Selbsthilfe ist und was für positive Effekte dieser Austausch und ein Netzwerk haben kann.
Außerdem stellten zwei Vertreterinnen der Endometriose Selbsthilfegruppe Mönchengladbach sich und Ihre Gruppe vor.

 

Herzliche Gratulation zur Re-Zertifizierung zum klinischen Endometriosezentrum bis 2020!

 

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© Claudia Christina Ott